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Aufsteiger um verdienten Lohn gebracht

Aufsteiger Schwarz-Weiß Erfurt hat sein Auswärtsspiel beim USC Münster am Sonntagnachmittag mit 1:3 verloren. Soweit nichts ungewöhnliches, wäre da nicht die Entstehung des Spielausganges. Diese hinterließ für die Gäste mehr als nur einen faden Beigeschmack.

Das Spiel begann zunächst noch besser als es sich die Gastgeberinnen wohl vorgestellt hatten. 6:0 stand auf der Videowand, bevor Antonia Stautz den ersten Erfurter Punkt erzielte. Trotz samstäglicher Anreise wirkte der Spielbeginn der Thüringerinnen, als seien sie gerade nach langer Anreise aus dem Bus gestiegen. Fehler im Angriff und in der Annahme führten zu einem katastrophalen Auftaktsatz und zum dritten Mal in dieser Saison ging ein Satz einstellig verloren. Eine Fortsetzung des enttäuschenden Auftritts gegen Aachen drohte. Doch weit gefehlt, denn ab dem zweiten Durchgang legten die Schwarz-Weißen den Schalter um und agierten mit dem Sechsten auf Augenhöhe. Nach einem 0:3-Rückstand erhöhten die Müller-Schützlinge den Druck im Aufschlag, stabilisierten die Annahme, verteidigten stark und folglich kamen sie am Netz zum Erfolg. Mit Luise Wolfs zwei Punkten, sie kam zum Satzbeginn für Natascha Niemczyk, die mit Gliederschmerzen zuvor auf dem Feld stand, ging SWE mit einer 8:5-Führung in die technische Auszeit. Eine 11:6-Führung egalisierte der USC zwar beim 14:14, doch die Gäste ließen den Satz nicht kippen. Nervenstark boten sie dem Favoriten Paroli (20:20) und nach Macy Ubbens Diagonalschlag war beim 25:21 der erste Satzball verwandelt und der Satzausgleich hergestellt.

Im dritten Satz legte der USC ein 8:5 vor und behauptete diesen. Doch die kampfstarken Erfurterinnen ließen sich nicht abschütteln. Eine lange Rallye beim 14:10 unterstrich dies, als die Gäste das bessere Ende für sich hatten. Beim 15:13 war der Aufsteiger dicht dran, doch der 14. Punkt nach einem Dankeball-Hammer von Selma Hetmann fand durch Schiedsrichterin Ute Schmidt keine Anerkennung. Sie wähnte Erfurts Mittelblockerin mit der Hand über der Netzkante. Anschließend verloren die Gäste etwas den Faden, schwächelten in der Annahme, was Münster ein klares 25:17 durch Erica Wilson ermöglichte.

Im vierten Satz zeigte Erfurt den Gastgeberinnen wieder die Krallen. 8:5, 13:9 lagen Skayhan & Co. in Führung, Münster produzierte viele Fehler und schien sichtlich beeindruckt. Doch mit einer im Angriff effizienten Sina Fuchs drehte Münster den Satz und führte plötzlich 19:17. Mit einer letzten Energieleistung bissen sich die SWE-Damen erneut zurück. 24:22 – zwei Satzbälle zum Satzausgleich, was Tiebreak bedeutet hätte und somit einen vor Spielbeginn nicht zu erwartenden Punkt – mindestens! Der erste Satzball wurde abgewehrt und dann kam, was das bisherige Spielgeschehen in den Hintergrund stellen sollte. „Toni“ Stautz schlug einen Angriffsball in den Münsteraner Block, von der Hand Erica Wilsons flog der Ball an die Antenne. Die Arme beider Schiedsrichter Richtung Erfurter Spielhälfte: Ausball, Ausgleich, Jubel! Denkste!!! Münsters Trainer, Andi Vollmer reklamierte beim 2. SR, Dr. Hans-Dieter Gerriets, der Angriff sei an der Antenne gewesen, Münsters Kapitänin bei der 1. SRin, Ute Schmidt, während Erica Wilson still blieb. Ute Schmidt zitierte ihren Kollegen zu sich und nach kurzer Rücksprache wandelten sie ihre Entscheidung um: Punkt Münster, Fassungslosigkeit bei den Gästen. Abgesehen davon, dass aus der Hinterfeldbetrachtung klar war, dass aus einer richtigen Entscheidung eine falsche gemacht wurde, was die Scout-Kamera zusätzlich belegt, bleibt es unerklärlich, warum die Schiedsrichterin nicht den Linienrichter zu Rate zog, der beste Sicht hatte, und ihn völlig ignorierte.

Nachdem Leonie Schwertmann per Aufschlag Münsters ersten Matchball vergab, beendete Sina Fuchs kurz darauf das Match zum 27:25. Münster hatte 3:1 gewonnen und dafür drei Punkte kassiert – mindestens einen ungerechtfertigt, da beide Schiedsrichter in der entscheidenden Phase einen schlechten Job gemacht hatten.

Schade und ärgerlich für die bravourös kämpfenden Erfurterinnen, die von den Schiedsrichtern um ihren verdienten Lohn gebracht wurden. Schade fürs Fair-Play, denn Andreas Vollmer und Erica Wilson haben sich für eine eventuelle Preisverleihung disqualifiziert. Herzlich willkommen Erfurt im Profi(t)geschäft! (StS)