News zum Volleyteam

Ein gewonnener Punkt

Schwarz-Weiß Erfurt unterlag am späten Samstagabend bei den Roten Raben Vilsbiburg mit 2:3 (21, -12, -25, 19, -17), darf etwas mit sich hadern, mit etwas Abstand aber stolz darauf sein, einen Punkt aus Niederbayern auf den Heimweg mitgenommen zu haben.

Wenn man im Tiebreak beim Stand von 15:14 einen Matchball hat, nachdem man zuvor einen abwehrte, diesen nicht verwertet und dann verliert, darf man getrost enttäuscht sein. So erging es den Erfurterinnen am Samstag bei den höher gehandelten Roten Raben, als sie nach 128 Spielminuten zu später Stunde nur zweiter Sieger waren und zum vierten Mal (inklusive Pokal) im Entscheidungssatz unterlagen. Nur mit leichtem Zögern wollte dann auch Kapitänin Antonia Stautz von einem gewonnenen Punkt sprechen, obwohl jeder vor dem Spiel diesen Gewinn sofort quittiert hätte. „Es war so ein Auf und Ab im Spiel, mit einem schlechten zweiten Satz von uns und einem dritten Satz, wo wir unsere Satzbälle nicht nutzen können. Dann dennoch im vierten Satz zurückkommen und souverän gewinnen, Der Start in den Tiebreak (5:1 für Vilsbiburg A.d.R.) misslingt uns dann, doch wir kommen zurück, gehen in Führung und verpassen den Sieg letztendlich“, sprudelt es aus der 28-Jährigen in der Analyse heraus und man merkt, wie der Spielfilm vor ihrem geistigen Auge erneut abläuft.

Dieser endet, als Vera Mulder wenig später die Fingerspitzen des Raben-Blocks knapp verfehlt und die Partie verloren geht. Dass die nach Spielende zur MVP auf Gästeseite gekürte Kapitänin, nach starker Leistung, selbst kurz zuvor zur tragischen Figur wurde, wurmte sie sehr. „Ich serviere einen richtig guten Aufschlag, der uns den Matchball einbringt, gehe selbstbewusst und konzentriert erneut an die Grundlinie und der bleibt an der Netzkante hängen“, fühlte sich „Toni“ in diesem Moment wie im falschen Film. Mit einem Tag Abstand, nach Rückkehr am Sonntagmorgen und frühabendlichem Spaziergang über den Erfurter Weihnachtsmarkt, willigte sie dann doch ein und wertete den einen Punkt als einen gewonnenen. Denn die Gesamtleistung der Schwarz-Weiß-Damen stimmte ebenso wie die Tendenz der letzten Wochen. Und wenn ein deutlich stärker aufgestellter Gegner wie Vilsbiburg über zwei Punkte gegen Erfurt in heimischer Halle jubelt, dann darf man sich als Erfurterin auch über einen nicht unbedingt eingeplanten Zähler freuen.

Sollte die Formkurve weiter nach oben zeigen, so ist der zweite Saisonsieg in der Bundesliga nur eine Frage der Zeit. „Vielleicht nicht im nächsten Spiel gegen Stuttgart, aber danach“, schaut Erfurts Kapitänin auf das weitere Programm im Dezember. Zuvor darf sie sich wie ihre Mitspielerinnen über drei von ihrem Coach gewährte sportfreie Tage freuen, was ihrem lädierten Daumen gut tun wird. Und ein weiterer Bummel über Erfurts Weihnachtsmarkt könnte dem Aufladen des Akkus nach den Englischen Wochen ebenso dienlich sein.