Am Mittwoch, 19 Uhr, kommt es in der Riethsporthalle zum mitteldeutschen Derby zwischen Schwarz-Weiß Erfurt und dem Dresdner SC. Ein Spiel mit klar verteilten Rollen.
Wenn in der Vergangenheit Erfurt und Dresden aufeinandertrafen, gab es immer nur einen Sieger: Dresden. Stets wurden die Damen von der Elbe ihrer Favoritenrolle gerecht, zumeist souverän. Alles andere wäre auch am Mittwochabend überraschend, denn der DSC gehört auch in dieser Saison zu den Topfavoriten auf einen Titel. Von der individuellen Klasse her, wird das Waibl-Team von Experten sogar als das beste angesehen. Daran ändert auch nichts, dass Patricia Nestler für den Rest der Saison den Dresdnerinnen nicht zur Verfügung steht. Die 25-jährige Nationalmannschafts-Libera zog sich im ersten Spiel gegen Stuttgart einen Kreuzbandriss zu. Für sie wurde die Kanadierin Katerina Georgiadis nachverpflichtet. Der Ausfall von Nestler hatte auch dafür gesorgt, dass die Topspiele gegen Stuttgart und Schwerin verloren gingen. Denn Alexander Waibl hat ansonsten viel Qualität in seinem Kader. Die Mitte ist mit Strubbe, Chase, Pfeffer und Rosemann vierfach stark und groß gewachsen besetzt, auf Zuspiel führt Nationalspielerin Sarah Straube Regie, auf Annahme/Außen kam die beste Spielerin der vergangenen Saison Mackenzie Foley aus Suhl nach Sachsen und auf Diagonal ist der DSC mit Lena Kindermann und Maia Dvoracek ebenfalls doppelt gut besetzt.
Auch wenn Erfurt im Duell der klare Außenseiter ist, so wollen sich die Schwarz-Weiß-Damen keineswegs kampflos ergeben. Nach dem sehr deutlich verlorenen Spiel in Schwerin, wo sich er Kräfteverschleiß der Englischen Wochen bemerkbar machte, ist der Akku bei den Thüringerinnen wieder aufgeladen. Das spielfreie Wochenende hat ihnen gutgetan und die Spielerinnen um Kapitänin Isabel Kovacic wollen an den guten Heimauftritt gegen Stuttgart anknüpfen. Mit den Siegen gegen Vilsbiburg und Hamburg liegen sie nach vier Spielen im Soll und nächsten Partien, wo Punktezuwachs realistisch ist, stehen auch bald an. Zuvor kann man vor eigenem Publikum nochmal ohne großen Druck aufspielen und vielleicht den Favoriten ärgern. Besonders motiviert dürften dabei die sechs Spielerinnen sein, die ganz oder teilweise ihre volleyballerische Ausbildung in Dresden genossen und nun für Erfurter Erfolge einfahren möchten.
Trotz des Spieltags unter der Woche, hofft man in Erfurt auf eine gut gefüllte, stimmungsvolle Riethsporthalle. Die Tageskasse öffnet um 17:30 Uhr. Ab 18:40 Uhr ist auch der Livestream bei Dyn auf Sendung.
Fotos: Sebastian Dühring, Sebastian Schmidt