Spielberichte

Klare Niederlage

Erfurt Schwerin S Schmidt 36

Klare Niederlage


Schwarz-Weiß Erfurt musste bei der 0:3-Niederlage gegen den amtierenden Meister SSC Palmberg Schwerin deren Überlegenheit anerkennen und blieb ohne den erhofften Satzgewinn.

Beide Kontrahenten mussten am Samstagabend krankheits- und verletzungsbedingt auf einige Spielerinnen verzichten. Während Erfurt weiter ohne Lydia Stemmler, Lea Feistritzer und Alina Zellin auskommen muss, fehlten bei Schwerin Libera Florien Reesink, Iris Vos und Vedrana Jaksetic. Die Gäste konnten ihre Ausfälle ohne großen Substanzverlust sichtbar besser kompensieren und begannen trotz ihres dritten Spieles in einer Woche aggressiv. Zu aggressiv in Aufschlag und Angriff für die Gastgeberinnen, die zunächst gar nicht ins Spiel kamen. Während Erfurt im ersten Satz fünf Fehlaufschläge zu verzeichnen hatte, machten es die Koslowski-Damen in diesem Element deutlich besser. Als es 4:13 stand und Erfurts Coach Pablo Sanchez beide Auszeiten genommen hatte, war der erste Akt längst entschieden. Erfurt kämpfte sich nach einigen Spielerwechseln noch in die Zweistelligkeit (12:25), aber mehr ging nicht.

Als Durchgang zwei mit einem 1:4 begann, deutete sich eine Fortsetzung des ersten an. Doch mit fünf Punkten in Folge schlug der Außenseiter zurück. Weil Erfurt jetzt selbst aggressiver spielte und Lösungen im Angriff gegen den großen Schweriner Block fand, wurde es fortan ein Spiel auf Augenhöhe. Sehr zur Freude der 800 Erfurter Zuschauer. Als Schwarz-Weiß mit 21:19 in Führung lag und Felix Koslowski seine zweite Auszeit nahm, war der Satzausgleich sogar in Reichweite. Doch eine starke Aufschlagserie von Schwerins Kapitänin Annegret Hölzig wendete das Blatt. Beim Stand von 21:23 übersahen die Schiedsrichterinnen eine klare Netzberührung auf der Gästeseite, was die letzten Hoffnungen der Gastgeberinnen zunichte machte. Es war eine von mehreren Fehlentscheidungen der Unparteiischen an diesem Abend, die keinen guten Tag erwischten. Schwerins Block machte dann den Deckel auf den zweiten Satz drauf (21:25).

Erfurts Coach hatte sich in der Satzpause wiederholt bei den Schiedsrichterinnen über deren Entscheidungen beklagt, weshalb er zu Beginn des dritten Satzes die rote Karte bekam und seine Mannschaft mit einem 0:1 startete, bevor überhaupt der erste Ballwechsel angepfiffen wurde. Die verpasste Chance auf den Satzgewinn und die Unruhe inklusive Punktverlust hatte den Erfurterinnen einen Knacks verpasst. Schwerin dominierte jetzt wie im ersten Satz das Geschehen und war beim 4:13 längst auf die Siegerstraße eingebogen. Dank einer guten Aufschlagserie der eingewechselten Sina Siebert und fünf abgewehrter Matchbälle gelang den Gastgeberinnen noch etwas Ergebniskosmetik (17:25), am jederzeit verdienten Gästesieg änderte dies aber nichts mehr.

Nach Spielende bestimmten im Erfurter Lager die schwachen Leistungen des Scheidsrichtergespanns die Spielauswertung und überlagerten somit etwas die Tatsache, dass die Gastgeberinnen an diesem Abend selbst nicht an ihr eigenes Limit kamen. Der Blick sollte allerdings schnell nach vorn gehen, denn am nächsten Sonntag ist man beim ETV Hamburg zu Gast.

Fotos: Sebastian Schmidt