Einen rabenschwarzen Tag erwischte Schwarz-Weiß Erfurt am Sonntag und unterlag mit 1:3 (-23, -13, 24, -17) bei den Binder Blaubären Flacht.
Innerhalb von vier Tagen zeigte Schwarz-Weiß Erfurt zwei Gesichter. Nach dem famosen Heimsieg gegen den Dresdner SC am Mittwoch, als durchweg alle Spielerinnen ihr Potenzial abriefen und mit einer tollen Leistung ihre Fans entzückten, war am Sonntag von alledem nichts mehr zu sehen. Die Erfurter Spielerinnen standen von Beginn an vollkommen neben sich und verloren verdient beim letztjährigen Aufsteiger. Es ist eine Binsenweisheit im Volleyball, dass ohne Annahme kein vernünftiges Angriffsspiel möglich ist. Und genau das traf auf die Erfurter Defensive um Libera Lotte Goertz zu. Erfurt entfaltete auch im Aufschlag zu wenig Wirkung, im Angriff und Block gelang wenig und so luden sie die Gastgeberinnen zum Satzgewinn ein, der mit 25:23 knapper ausfiel als er leistungsmäßig war.
Wenn man als Erfurter Anhänger nun hoffte, die Gäste hätten den ersten Satz gebraucht, um die Anreise aus den Beinen zu schütteln, wurde man schnell ernüchtert. Aus einem 7:5 wurde nach einem kollektiven Annahme-Blackout ein 18:5. Bereits hier verdiente sich Aufschlägerin Hanne Binkau ihre goldene MVP-Medaille. Die beim VCO Dresden ausgebildete Anni Tändler machte mit ihrem Angriff über die Mitte zum 25:13 den Deckel drauf.
Erfurt lag 0:2 hinten, konnte sie die 10-Minuten-Pause wie gegen Vilsbiburg wieder ins Spiel bringen? Zunächst ja. Erfurt stabilisierte sich etwas in der Annahme und konnte am Netz besser punkten. Eine 11:5-Führung geriet zwar noch einmal ins Wanken (11:10), doch Schwarz-Weiß blieb vorne und hatte beim 24:20 vier Satzbälle, die jedoch alle nicht genutzt wurden. Zum Glück führten zwei Fehler auf Flachter Seite doch zu einem guten Erfurter Ende im dritten Durchgang.
Erfurt hatte jetzt die Möglichkeit, dem Spiel eine Wende zu geben. Doch nach einer eigenen 5:2 Führung ging es erneut bergab für die Sanchez-Schützlinge. Der gewonnene Satz brachte die SWE-Damen nicht in ruhigere Fahrwasser, er war lediglich eine lebensverlängernde Maßnahme. Erfurts Annahme kam ins nächste Schwimmfest, der Mittelangriff blieb weiter blass, Hinterfeldangriffe funktionierten an diesem Tag auch nicht, also ging es nur über die Außenpositionen. Dort stand, wie so oft und wenig überraschend, meist ein Doppelblock. Mit 20 Flachter Blockpunkten schossen die Erfurterinnen diesen berühmt. Nachdem Teresa Ziegenbalgs letzter Angriff zum 25:17 im Netz landete, war die Partie vorbei. Flacht hatte die Überraschung geschafft und verdient gewonnen. Erfurt ging hingegen ebenso verdient als Verlierer vom Spielfeld. Gerade zwei Punkte überraschend gewonnen, vier Tage später drei Punkte zerronnen.
Am kommenden Samstag geht es zum Pokalspiel nach Stralsund, wo eine andere Leistung abgerufen werden muss. Sonst könnte es die nächste böse Überraschung geben.
Fotos: Jule Baier